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Heimgebrachtes nicht zu verlieren; er konnte sie verlieren und
dieses behalten, ja, es blieb ihm bald ganz zu freier Verfügung, als
das Kind kurz darauf seiner Mutter in den Tod folgte. Betrachtete er,
wie sich alles immer und rechtzeit, und stets zu seinem Besten
geschickt und gefügt hatte, so musste er das Einsehen gewinnen,
dass Gott ihn gern habe, und danach sich auch gegen Gott
verhalten; er betrachtete diesen als seinen himmlischen Vater und
hielt es mit ihm, wie alle braven Söhne es mit ihren irdischen Vätern
zu halten pflegen, er erwies ihm alle gebotene Aufmerksamkeit, und
was denselben etwa zu ärgern vermocht hätte, das tat er ihm nicht
unter den Augen, und was nicht zu verheimlichen angehen wollte,
das sühnte er durch nachträgliche Zerknirschung und laut
kundgegebene Reue.
Er war nicht lange Witwer geblieben, denn er fühlte sich nicht stark
genug, dem Saul über Damaskus hinaus als ein anderer Paulus zu
folgen und ehelos zu bleiben, und da für diesen Fall der Apostel
selbst den Schwachen zur Ehe rät, so war Traidmann der letzte, der
solchen guten Rat zurückgewiesen hätte. Er heiratete also zum
zweitenmal, "zur Buss' seiner Sünden", wie er sagte, die Leute
meinten aber, er fasse das gar sehr vom umgekehrten Ende an; die
neue Traidmannin war ein bildsauberes Geschöpf, zwar blutarm,
aber dafür ganz unvernünftig unterwürfig, und sie war es eigentlich,
die alle ihre Sünden in solchem Ehestand mit dem rechthaberischen
alten Gottesliebling abbüsste, während er es wohl zufrieden sein
konnte, nach der Reichsten nun auch die Schönste im Dorfe zu
eigen zu haben, die noch dazu auf den Wink ging und auf dein Pfiff
kam. Die Kinder, welche sie zur Welt brachte, arteten leiblich und
geistig nach ihr, und der Traidmann mochte sich seiner Häuslichkeit
mit Recht berühmen.
Der unsaubere, höckerige Alte, der jetzt auf den Wegen
einherschusselt, mit Gebetbuch und Rosenkranz als steten
Begleitern, ist in seinem Hause der Gegenstand der Pflege und
Sorge von seiten einer fast fürchtenden Gattin und ein paar
gutmütiger, braver Burschen und Dirnen. Diese fünfe lassen ihm
alles gerade sein.
Dem Alten ist es daher nicht schwer gefallen, bei der Überzeugung
zu beharren, dass ihm von Geburt an Gott gut gewesen sei und
auch bis zum Ende bleiben werde, und die Frist bis zu diesem Ende
wünscht er immer nur um "so a zwanz'g Jahrl'n halt noch"
verlängert; das äusserte er an seinem fünfzigsten und sechzigsten
Geburtstage, er wird es demnächst an seinem siebzigsten tun und
am achtzigsten, wenn er ihn erlebt, nicht unterlassen; denn das
Ende ist seiner Anschauung nach wirklich das Ende und kann daher
nicht leicht für lange genug hinausgeschoben werden.
Wenn er in allen anderen Punkten der ganz untertänigste und
gläubigste Diener des Herrn Pfarrers ist, in dieser Beziehung hat er
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