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und Wiesen im Besitz, so kamen die ergiebigsten Zeiten, und er
hatte drei- und vierfachen Gewinn. Als reicher Bauer heiratete er
eine reiche Bauerndirne, und nach zweijähriger Ehe, nachdem ihm
ein Kind geboren ward, kam die Cholera ins Land; nicht ihn nahm
die Epidemie hinweg, sondern sein Weib; nach der Mutter erbte das
Kind, und ein Jahr danach starb auch dieses, und nach dem Kinde
erbte er das ganze Besitztum; das war ja doch lauter Gnade von
Gott, denn wie leicht wäre es diesem gefallen, ihn sterben zu
lassen; von da an wurde der Traidmann-Florl nachdenklich; er fühlte
sich als den Mann, den Gott liebt, und sich demnach verpflichtet,
Gott auch alles, was möglich, zu Gefallen zu tun daher kennt er
keinen anderen Gruss, als Gelobt sei Jesus Christus", und darum
fehlt er bei keinem Kirchgang, läuft bei allen Bittgängen, möge es
sich um Sonnenschein oder Regen handeln, mit, und geht alle
Ostern zur Beichte, und ist an der Kirchtüre die Aufforderung zu
einer Wallfahrt angeschlagen, so schliesst er sich derselben an.
Dass ihn Gott vor vielen andern bevorzuge, galt dem Traidmann-
Florl für ausgemacht, und er war nicht der Mann, über so
ausgemachte Dinge zu grübeln und etwa der Veranlassung
nachzufragen, welche er dafür gegeben oder Gott dazu genommen
habe, dass sich ein derart erfreuliches Verhältnis zwischen ihnen
beiden entspann; es genügte ihm die Tatsache, dass ihn Gott gern
hatte und es nie an ersichtlichen Beweisen daran hatte fehlen
lassen. Als er damals vom Notar mit den Papieren zurückkehrte, die
ihm das Erbe seines verstorbenen Kindes einantworteten, hatte er,
wie bereits bemerkt, seine nachdenkliche Stunde; da war er wie er
sich ausdrückte, Saul auf dem Wege nach Damaskus, denn an
biblischer Sprechweise und Spruchanwendung fand er grosses
Behagen.
Ihrer neun lebende Kinder waren im Hause seiner Eltern gewesen,
keinem ausser ihm gönnte der liebe Gott das Dasein, alle
verstorben, er allein blieb aufbehalten, zu verzehren, was die Alten
zusammen erafft und erwuchert; frei ging er vom Militärdienst aus;
nicht ihm, sondern dem Preisler-Franzl war es bestimmt, bei der
Kirchtagrauferei die Messerklinge in den Leib zu kriegen, und die
Missjahre, durch welche Gott mit dem Stabe "Wehe" die anderen
züchtigte, waren für ihn der Stab "Sanft", mit dem er zur hellen
Quelle des Reichtums geleitet wurde, damit er sich dort in vollen
Zügen tränke, und dann bekam er die reichste Bauerntochter im
Dorfe zum Weibe, und nach zwei Jahren, eben als es allmählich
den Anschein gewann, als hätt' er sich mit dieser seiner Bäuerin
selbst eine Rute auf den Rücken gebunden, brach die böse Seuche
aus, die in jedem Hause zusprach, und nahm ihm die Marie-Lies
hinweg, doch nicht, ohne dass diese gerade zuvor in die Wochen
gekommen war und ein Kind hinterlassen hatte, so dass ihm der
qualvolle Wunsch erspart blieb, sie behalten zu wollen, um ihr
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