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Vroni.
Ich mein: besser, tot' Recht wird nie lebig, als du verstirbst mir!
(Nimmt den Brief aus ihrem Mieder, betrachtet ihn
gedankenvoll und hält ihn dann in die Flamme, währenddem für
sich:) Seliger Vater da drob'n! Musst nit harb sein auf dein
Dirndl, wann s' a dein und ihr Recht vergibt! Es g'hört ja jetzt
doch mir allanig zu, und ich tu neam'd andern damit ein'
Abbruch; ös lieb'n Selig'n aber dort im Himmel oben könnt's
doch nix dagegen haben, wenn ich nach mein' Herzen tu und
nach kein' Vorteil frag auf derer lieben Welt! (Hält den
brennenden Brief von sich, seufzt dann auf.) So - aus is! Von
morg'n an braucht mich die Ahnl weder bei Tag noch nachtig
zur Arbeit erst aufwecken.
Franz (öffnet die Augen).
Licht! Wird's Morgen? (Sieht das brennende Papier.) Was hast
du!
Vroni.
Is's recht? I verbrenn, was dich kränkt!
Franz (erhebt sich, wie um es zu hindern).
Vroni - den Brief! - Was tust du? - Dein Beweis! - Was soll nun
werden?
Vroni.
Wird, was da will, wenn nur du mir nit aus der Welt laufst!
Franz (blickt sie überrascht an - seine Brust arbeitet heftig, er
streckt den unverwundeten Arm nach ihr aus, ausbrechend:)
Vroni!!! - Du musst mich zutiefst in die Seele hinein gern haben!
Vroni (wie erschreckend).
Franz! Franz! (Innig, indem sie an seine Brust sinkt.) Es kann
schon sein (birgt schämig den Kopf), aber musst's nit so in die
Welt hinausschrein.
Franz (fasst sie beim Kopfe, dreht sie gegen sich und blickt ihr
ins Auge. Kleine Pause).
(Aussen Gemurmel verschiedener Stimmen.)
Sechste Szene
Die Vorigen. Liese, Crescenz, Höllerer, Toni, der Grossknecht und
Gesinde vom Adams- und Kreuzweghof und Bauern von
Ottenschlag.
Liese. (von aussen).
Na, so kimmt's, wann's mit ihm reden wöllt's!
(Alle treten ein.)
Höllerer.
Ah, da is er ja! - Müsst's nit verschrecken.
Crescenz (tritt weinend Franz zur Seite).
Bruder!
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