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die Vögerln drauss 's gross' Hochamt singen, o g'wiss, Franz,
nachert wirst schon wieder leb'n woll'n, es is so schön, so in die
Welt neingucken, so alt und doch allmal neu bei jedem
Morgenlicht und jeder Abendröten - nein, Franz, du darfst nit
versterben!
Franz.
Ach, wenn das alles Traum wäre, was auf mir liegt, wenn ich's
abschütteln könnt am Morgen - am lichten, heiteren Morgen,
wenn ich aufwachte, sei es elternlos und ohne Erbe, weder
leidend unter fremder noch eigner Sünd' und Schande - ganz
auf eigne Kraft gestellt, ja dann -
Vroni.
Gelt, dann würdst doch leben woll'n?! Und schau, Franz, ich
wusst nit, was ich treibet, wann d' in der Heimat bleiben wolltst!
Ich wollt dich recht pflegen, dass d' mir wieder g'sund wurdst,
und hätt a narrische Freud' drüber und könntst ja bei mir auf 'n
Kreuzweghof bleib'n als Pfleger - und was denkst auch nur, du
hast dich doch nit versündigt, und ich möcht wissen, wer dir a
Schand' nachredet', wann ich dich in Ehr' halt?! Geh, verbleib
und red nix mehr vom Sterb'n!
Franz (fasst mit den Händen nach dem Kopfe).
Vroni, um Gottes willen hör auf! Du willst mir wohl und weisst
nicht, wie weh du mir dabei tust! An dieser Stätte, wo jeder
Fleck eine trübe Erinnerung wie einen giftigen Stachel gegen
mich herauskehrt, an dieser Stätte bietest du mir ein
Gnadenbrot; eine lebende Folie deines geraden, ehrlichen,
erbarmenden Herzens würde ich dort scheu herumwandeln -
bemitleidet, verhöhnt, gemieden, je nachdem deine Knechte
mich bedauern, hassen oder verachten! Nein, Vron' - lock mich
nicht ins Leben - die Schande muss nun einmal ans Licht.
Vroni.
Sei gut, Franz, musst nit so verwirrt reden! - Wenn ich nun
träume mit dir und aufwachet am Morgen, die arm', verfolgt'
Dirn' von ehnder, dein' Vatern als mein' alt' Feind, so mächtig
wie früher, und nur dich g'wonnen hätt als mein' neuen Freund -
könnt'st da auch versterben und mich verlassen? G'wiss nit,
und ich glaub, wir zwei nähmen's dann mit der ganz' Welt auf!
Franz, ich hab noch kein' kennt so ehrlich, so treu und brav wie
du, der in Tod neinrennet für fremd' Recht, für a feindlich' Sach'
zu sein' eigenen Schaden und Verderb; und für nix wär mir dein
Leben feil! Wann ich's liess in der ewig' Nacht, die Schand', und
vertrauet dir alleinig all mein Recht! Franz, ich kauf dir 'n Tod
ab, wie teuer gibst 'n und lebst mir fort bis in die Jahr' hinein,
wo wir all' zwei grau' Haar' haben?
Franz (lehnt sich zurück).
Du red'st wild, Vroni - ich folg dir nicht - du meinst?
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