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Liese.
Ja, bist leicht g'schossen in ihn a noch?
Vroni.
Was du nur gleich denkst! - Aber wann d' mir willst Lieb'
erweisen, Ahnl, lass mich bei ihm.
Liese (zögert).
Dein verwundrig's Reden - und dö Zutunlichkeit - da sollt sich
eins auskennen. (Von draussen Rufen und Gläseraufstossen:
»He, Mutter Lies'!« Schreit durch die Türe:) I kimm gleich, ös
Sakra! (Sieht auf Vroni und Franz und schüttelt den Kopf.) No,
meintweg'n, spiel d' barmherzig' Samariterin - der schad't dir
nix. (Im Abgehen.) Hätt's nie denkt, was heut alles unter mein'
Dach z'sammkäm! (Ab.)
Fünfte Szene
Vroni und Franz.
Vroni (halblaut).
Wir sein alleinig, Franz, därf ich hitzt' reden, wie d' Wahrheit is?
Franz (lässt die Rechte vom Gesicht sinken).
Wozu - wozu auch? - Wird's anders dadurch? Ich bin
verunglückt, und damit ist alles ausgeglichen, und weder du
bist schuld noch der andere.
Vroni.
Es gibt mir kein' Ruh', dass du um mich hast leiden müssen,
dass d' vielleicht sollt'st dein Leblang a Krüppel bleib'n, dass d'
sollt'st...
Franz.
Lass gut sein, Vroni, was sein soll, wird kommen. Musst nit viel
davon reden, das quält mich, und mein Kopf ist so wüst - ich
brauche Ruhe. (Lehnt sich zurück und schliesst die Augen.)
Vroni (tritt etwas von ihm zurück).
Wie ihn 's Fieber beutelt und wie er die Zähn' übereinander
beisst. (Sie setzt sich auf die andere Seite und hält die Hand
vors Licht, dass der Schatten auf Franz fällt.)
Franz (unruhig).
Vroni, sag, was ist denn das für ein leises Schwirren in der Luft
- ist vielleicht eine Stechfliege im Zimmer. Ich bin ängstlich und
wehrlos wie ein Kind.
Vroni (horcht auf).
Es ist nix da herin in der Kammer - das klingt so von aussen
herein. (Geht gegen das Fenster.) Das kommt von Ottenschlag
herauf! (öffnet das Fenster, man hört kaum merklich das
Zügenglöckchen.) Sie läuten unten für oans 's Zügenglöckel!
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