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Mahm.
Es war amal a Bauer, der war so viel reich und dem war a arm'
Häusler Geld schuldig, viel' Jahr' her, und wie der arm' Mann
zum Sterben kimmt, so lasst er 'n reichen Bauern an sein
Totbett kämma und zahlt ihm all das, was er ihm schuldig is,
aus, ruft dann sein Weib, sagt: Du, ich hab alles zahlt, und war
tot; die arm' Wittib begrabt ihren Mann und nach a paar Täg'n
drauf geht s' zum reich' Bauern und sagt: Mein Mann hat dich
zahlt, gib mir die G'schrift drüber! Was, sagt der reich' Bauer,
was willst du? Ich hab dir kein G'schrift z' geb'n, denn ich hab
von dein' Seligen kein' Kreuzer Geld g'sehn.
Rosl.
Der Halunk!
Kathrein (drückt sie an sich).
Sei stad.
Mahm.
Da is das arm' Weib in die G'richt' gangen, hat g'sagt, so und
so hat mein Mann, Gott hab 'n selig, angeb'n; der reich' Bauer
aber sagt »nein«. Da hat der reich' Bauer vor G'richt müssen
und hat keck die Hand aufg'hob'n zu unserm Herrgott und hat
g'schwor'n, so is und so wär's, wie er g'sagt hat, und der arm'
Wittib und ihre zwei Kindern hab'n s' ihr ganz's Hab
wegg'nommen, und so war der reich' Bauer doppelt g'zahlt und
doppelt reich und doppelt froh. Er hat sich denkt, jetzt hast der
Sünd' ihr'n Vorteil und jetzt wirst wieder mit 'm Himmel auf
gleich, und er hat ang'fangt, fleissig in die Kirch' z' gehn und z'
beten und Almosen zu geben und Messen zu stiften, und hat
von da an bei die Leut' nur der frumm' Bauer g'heissen. Hat
sich a drauf was z' gut tan, dass ihm all's nach sein' Herzen is
ausgangen. Hat er um ein' Reg'n bitt', so hat's g'regn't; hat er
weg'n sein' Viehstand bet', so hab'n alle Küh' kalbt, dass's a
Freud' war, und hat er z'weg'n sein' Kinderseg'n a Gebitt
g'stellt, so is sein Weib so leicht niederkämma, dass kaum a
Hebmutter nötig war, und hat er g'meint, 's möcht' a Bub sein,
so war's auch einer! So is ihm, wie er g'meint hat, der Segen
nur durchs Dach ins Haus g'fall'n, und er hat glaubt, dass
neamand mit 'm Himmel besser stehn kann als er.
Rosl.
Geht's, die G'schicht hat ein' Anfang, dass man sich muss
giften. A so ein schlechter Kerl.
Mahm.
So derwart's nur, 's Letzt' is's Beste.
Ferner (sichtlich aufgeregt, kommt vor).
Ös verzählt's da a G'schicht' - dö verintressiert mich - ös
erlaubt's (setzt sich auf den leeren Stuhl), ich hör so
G'schichten gern.
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