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Der Meineidbauer

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Franz (seufzt). Doch ich vergesse, das alles ist lange vorüber - denken wir an das Jetzt! - Ich habe nicht eher Ruh noch Rast, bis ich dich ausser aller Gefahr weiss - bis diese Nacht vorüber ist - ja, bis ich dich morgen ungefährdet in der Kreisstadt angelangt sehe, wo du tun magst, was nun einmal geschehn muss. Lass mich dich morgen dahin begleiten, es ist ohnedies mein Weg, ich kehre nicht mehr nach dem Kreuzweghof zurück.   Vroni. Is mir lieb, wann d' mitgehst!   Franz (wendet sich). So leb wohl für heute! ich gehe, da draussen Wache halten.   Vroni (kommt mit bis zum Fenster). Das geht nit, schau, wie schwarz der Himmel is - und g'spürst nit, wie die Wetterluft schon herweht über die Bergkuppen? Hast d' höchst Zeit, dass d' nach Ottenschlag rabsteigst. Zu was sollst du die ganz' Nacht da drausst herumlungern? 's is morgen a weiter Weg, der sich übernächtig nit gut geht, brauchst a deine paar Stund' Schlaf. Der Alte kimmt heut g'wiss nimmer! Und wenn auch, wo er hitzt noch nit da is, tut er später kein' Schaden mehr. Weisst - dir kann ich's ja sagen, 's munkelt eh die ganz' Gegend davon - wir krieg'n grad heut wieder so spat Gäst'! 's dauert vielleicht kein' klein' Viertelstund' mehr, so kehr'n die Schwärzer bei uns ein, drum lieg'n a noch die Hund' drauss an der Ketten. Später, wann die verrufenen G'sellen da herein und die Hund' los sein, traut sich neam'nd Fremder da an die Hütt'n ran; wär auch kein'm z' raten! Kannst drum ruhig nach Ottenschlag abi.   Franz. Du magst recht haben, du bist für heute wohl unter dem Schutze dieser Rechtlosen sicher, aber morgen mit dem frühesten komm ich herauf, und dann geht's über die Berge nach der Kreisstadt, dort magst du dem Geschicke seinen Lauf lassen, der Wirklichkeit ihr Recht geben - aber bis dahin lass mich träumen! Lass uns die Berge durchziehen, lass sie uns noch einmal im Geiste durchkosten, die Kinderzeit, die im Frühdämmer des Lebens liegt und uns erst später ihr ganzes Glück enthüllt, sobald sie für immer vorbei. Es ist die einzige unvergällte Zeit meines Lebens, denn auch die Zukunft liegt nicht lockend vor mir. Morgen will ich noch einmal Kindheit und Heimat aufleuchten lassen im Frührot der Berge, das sei das Letzte, was ich meinem Herzen zugestehe; diese Bilder will ich mit hinübernehmen in den heissen Tag, der folgen wird, und der soll dann, wo er mich auch trifft - vielleicht drüben überm Meer - seinen Mann an mir finden! - Aber morgen in die Berge! - Auf Wiedersehen, Vroni! -! (Steigt aus dem Fenster.)  
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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