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ehrlicher Feind komm ich auch, dir ins G'sicht z' sag'n, dass's
aus is mit 'm Landfrieden zwischen uns zwei und auf was d'
dich darfst g'fasst machen! Die nächste Sonn' sieht mich
bereits auf 'm Weg nach der Kreisstadt. Ich will hier sitzen auf
'm Kreuzweghof, der unser is von Gotts und Rechts weg'n nach
Vaters letztem Willen, und du sollst hinaus auf den nämlichen
Weg, den du vor acht Jahr'n mein' Mutter g'schickt hast in Not
und Schand'! Nur darfst du dich nicht wundern, wann er bei dir
von der »ehrlich'-Leut'-Strass« abbiegt nach 'm Zuchthaus!
Ferner (schreit auf).
Schandmaul! (Fasst zitternd vor Aufregung nach einem Stuhl.)
Wann dir deine graden Glieder lieb sein, so schau, dass d'
fortkommst! Hinter mein' Rücken plant's meintweg'n, was's
wollt's, wärmt's den alten Prozess wieder auf, wann's a
überflüssig' Geld habt's - Recht wird Recht bleib'n, und für eure
Sach' find't sich heut so wenig a Beweis wie damal! Aber in
meiner Stub'n, mir ins Gesicht darfst du dich nit übernehmen,
das merk und geh mir aus die Aug'n, bevor a Unglück g'schieht!
Vroni.
Lass's gut sein, ich will dich nit länger beschwer'n; aber es steht
dir nit gut an, dass du den Hochfahrig'n spielst und mit Recht
und Beweis rumwirfst, wo z'neb'n dir in der Stub'n da einer
steht, der mit eigne Aug'n g'sehn hat, wo damal 's Testament
blieb'n is!
Ferner (schupft die Achsel, wie mitleidig).
Red und red in Tag h'nein - was weisst du? - Leut'g'red'! - (Auf
Franz.) Rechnet's leicht auf den, wär euch der grad z'recht
kämma als Zeug'?
Franz.
Ihr müsst doch wissen, dass mich niemand zwingen könnte,
Zeugnis gegen den leiblichen Vater abzulegen.
Vroni.
Weiss's und hätt dir's auch nit zug'mut't, aber ich hab ein'
bessern Zeugen als dich; ich hab 'n leiblichen Vater selber! -
Diesmal gilt's nit gegen a arm' Weib und zwa Waserln, dösmal
gilt's gegen dein' eigen' Handschrift und Wort aufzukommen
Meineidbauer! Ich hab den Brief, den du damal an Vatern ins
Spital g'schrieb'n hast.
Ferner (sieht sie mit verglasten Augen an).
Dös is nit - dös kann nit sein!
Vroni.
's is doch so! Der Brief, der gilt! Und es passt ganz gut zu dem,
was nachher kämma is, dass du schon damal schreibst:
»Lieber Jakob, es is nit schön, dass Du mich und meine Kinder
so g'ring im Testament drin abfertigst!«
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