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bin ich an dem Tag, wo ich 'n Eid hätt leisten soll'n, in aller
Fruh' in die Kirch', hab wieder die Händ' zum Himmel g'hob'n
und unsern Herrgott bitt, er soll mir nochmal a Zeichen geb'n,
und wie die Stund' schon rankimmt, wo ich in die Kreisstadt
soll, und es is allweil noch nix g'schehn - da ruckt's auf einmal
an meine Knie, ich schau auf, steht die kleine Crescenz vor mir,
die die Mutter schickt, dass ich mich nit versäumen soll - da is
vor mir g'stand'n im weissen G'wandl, die g'schneckelten Haar
am Köpferl, wie a Engerl vom Himmel und hat g'sagt: »Voda,
sollst schwör'n gehn!« - Da bin ich ruhig aufgestanden, hab 'm
Himmel dankt für sein' Gnad' und mir g'lobt, um der Kinder
will'n nähm ich die Sünd' auf mich, bin nach der Kreisstadt,
aufrecht bin ich in G'richtssaal neingangen, nur wie ich vorm
Kruzifix mit die brennenden Lichter steh, wird mir auf amal die
rechte Hand wie Blei, als könnt ich s' nit aufheb'n - da kommt
mir von Gott der Gedanken, schwörst nit, es wär kein
Testament vorhanden, schwörst nur, es wär nit da - das hat mir
Kurasch geben, denn die Schrift is ja wirklich viel meilenweit in
mein' Kasten versteckt g'leg'n, ich hab 'n Eid ganz klar und
deutlich nachsag'n können und alles war gut! Kannst dir mein'
Schrecken denken, wie ich drauf heimkomm' und wie ich in der
ruckwärtig'n Kuchl die Schrift verbrenn und du stehst auf amal
dabei - Ich hab nit g'wusst, was ich tu, Franz, ich hab damal nit
g'wusst, was ich tu! - Mir war, als ziehet Gott doch sein' Hand
auf amal von mir ab! - Ich war wie verzweifelt! (Kleine Pause.)
Später aber, wie durch all' Jahr Seg'n aufs Haus und Feld
g'leg'n is, da is mir auch ein Licht auf'gangen, dass mir unser
Herrgott dös Gut nur wie ein'm Verwalter übergeben und dabei
auch z' gleichzeit bestimmt hätt, wem von euch zwei als 's
g'hör'n soll. Du weisst jetzt, wie's kämma is. (Scheu.) Franz, i
weiss nit, wie damal, wo du auf einmal vor mir g'standen bist,
fasst mich auch heut a Angst, dass ich mich in die Erd' nein
verkriechen möcht; grad wie damal so heut trittst du
derzwischen, es is, als sollt die G'schicht' nie zu ein' End'
kämma! Ich weiss nimmer, was werden soll - Jesus! - Unser
Herrgott behüt uns alle zwei - ! (Stützt den Kopf in beide
Hände.)
Franz (steht auf und legt ihm die Hand auf die Schulter).
Es wäre uns beiden wohler, alter Mann, wärst du dein Leben
lang weniger, was du fromm nennst, gewesen, aber immer
ehrlich geblieben! (Geht von ihm weg nach rechts.)
Vierte Szene
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