Titel:

Der Meineidbauer

Startseite
Artikelliste
english
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
|<< Anfang     < Zurück     Index     Weiter >     Ende >>|
  Wir empfehlen:       
 

drauf auf d' Welt kommen, und grad wie ich in der letzten Klass' mit 'n Esel um 'n Hals rausg'standen bin, hat sie in der Taferlklass' ihren ersten Tatzen kriegt. Später sein wir z' gleicher Zeit von Ottenschlag weg und sein alle zwei beim Kreuzwegbauer in Dienst treten. - Bekannt von klein auf, unter wildfremde Leut' in ein Dienst, hab'n wir uns tröst', wenn uns a Heimweh ang'fall'n hat, und uns gegenseitig in Schutz g'nommen, wann d' andern wie brütige Gäns' über eins von uns herg'fallen sein! Kein Wunder, dass ich - damal a frischer Bursch - in sie geschossen bin, freundlich is s' g'west mit mir - und a bildsaubre Dirn! - Du bist ihr wie aus 'm G'sicht geschnitten, gleichwohl war s' noch säubrer wie du! (Lässt, in ihr Anschauen versunken, die Hand mit der Pfeife sinken und sagt vor sich hin:) Sauber war s' - bildsauber!   (Kleine Pause.)   Vroni (hat den Eimer umgestülpt und sich auf denselben gesetzt.) Erzähl weiter von meiner Mutter!   Grossknecht (zieht den Arm mit der Pfeife in den Schoss zurück und senkt etwas den Kopf). Anfangs is alles gangen, wie's recht is unter Liebsleut' mit ehrliche Absichten - (seufzend). Aber dass ich dir sag, damals war grad der alte Kreuzwegbauer g'storb'n und war'n zwei Buben da, der ältere, der Jakob, dem alles g'hört hat, und der jüngere, der Matthias, der halt mitg'schafft hat im reichen G'höft. Der Jakob, der damalige Kreuzwegbauer, der hat's gern mit die Weibsleut' g'halten; da hat manche davon z' pfeifen g'wusst im Ort, die er ang'setzt hat; der hat deine Mutter nur z' sehen braucht - verstanden hat er, was sauber is -, so is er ihr auch nachg'stiegen. - Mein Gott, die Weibsleut' sein allweil so g'west, was ihnen bei ein' G'ringern a Schand brächt', do setzen sie mit ein' Reichen, Vornehmen a Ehr' drein... sie is bald mit ihm gangen. Ich war damals rein a blind' Tobias g'west, und kein Engel is kämma, der mir mit der Fischblattern d' Augen ausgewischt hätt, was s' mir a z' G'hör g'red't hab'n, ich hab nix davon glaubt, und erst wie ich g'merkt hab, sie weicht mir aus, hab ich der Sach' woll'n auf 'n Grund kommen. »Vroni«, hab i g'sagt - sie hat so g'heissen wie du - »Vroni«, hab i gesagt - »du bist schon mit 'n Bauer bei die Leut' im G'red'!« - Da hat sie 's Maul verzog'n und g'lacht und g'sagt: »Wann's wär, gang's wen was an?« Sag ich: »Gang's mich auch nix an?« - Sagt sie: »Dich zum allerwenigsten! Is zwischen uns zwoa was vorg'fall'n?« - Sag ich: »Nix Unrechts nit!« - Da streift s' ihr Vortuch glatt und sagt: »Aus ist's!« - Auf dös sag ich: »Fürcht dich nit, heut steh ich noch aus 'm Dienst; der Kreuzwegbauer wird mich gern los sein, er hat dich um so
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
|<< Anfang     < Zurück     Index     Weiter >     Ende >>| 

Zurück zu Themenseiten:
CopyrightedBy.com/Startseite/Genres/Klassik
CopyrightedBy.com/Startseite/Autoren/A

Das Setzen von Verweisen (Links) auf diese Seite ist gestattet und bedarf keine vorherige Absprache.

Artikelliste:
Ein Mann,den Gott liebt
   
  Startseite  |  english  |  Bookmark setzen  |  Webseite weiterempfehlen  |  Impressum