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Der Meineidbauer

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da war, das kann ich kein' Menschen beschreiben, jetzt war die Vroni wirklich obenauf und, wann ich auf mein Weib und enk zwa Kinder g'schaut und dabei denkt hab, wie des Vaters reich' Erbschaft jetzt in fremde Händ' soll, da hat's mir 's Herz z'sammzog'n! A öften hab i mir denkt, tragst jetzt in Gotts Nam 's Testament zu G'richt, und nachtig, wann ich kein' Schlaf g'habt hab, bin ich auf, hab's stad aus 'm Kasten g'nommen und für morgen z'recht g'legt - aber wann dann eins von euch, wie's ruhig dag'leg'n seid's, aufg'seufzt habt's in der still' Nacht, und ich hab dann so hing'schaut nach 'm Weib und nach enkere zwei Betteln, da hat mir die Hand zittert und ich hab die Schrift z'ruckg'legt, hab mir denkt, sollst ihnen 's jetzt schon sagen, dass s' fort von Vaters Haus und in hart' Arbeit müssen? 's is ja noch Zeit, lasst s' in ihrer Ruh', so lang's noch sein kann! - So is die Schrift wochenlang bei mir in der Lad' g'leg'n. Da hat's der Vroni z' lang 'dauert und sie is zu G'richt g'rennt. Und wie ich so zum ersten Verhör kimm und triff sie dort, wie s' so spötti lacht, als müsst's jetzt sein, wie sie sich's denkt, und wie der Richter mich so herrisch anschreit - als ob ich der grösst' Halunk' auf der Welt wär -, wo ich s' Testament hätt? da hab ich mir denkt, was is da weiter, was hab ich tan, dass der so in mich neinschreit? Ich bin trutzig word'n und hab g'sagt: Es war nit nötig, dass das vor G'richt kam, wann auch a Testament da wär! - Da schreit der Richter: »Ist vielleicht keines da?« Da is mir z'erst der Gedanken kämma, ob ich nit sagen könnt, es wär keins da. Ich war im Zorn und hab mit der Vroni zum warteln angefangen und da sein wir so in Streit kämma, dass uns der Richter all' zwei hat nausführen lassen! Trutzig bin ich heim kämma, ich hab noch nit g'wusst, was draus werd'n soll, und hab meine Händ' zu unsern Herrgott aufg'hob'n, er sollt a Zeichen tun, ob er's nit um der Kinder will'n und ob dem sündig' Leben, was die Vroni mit 'n Bruder geführt hat, derer zur Straf', verzeih'n möcht, wann ich das Testament unterschlaget? Du musst wissen, Franz, ich hab bis dahin noch alleweil Angst g'habt z'weg'n dem Brief, den ich 'm Brudern g'schrieb'n hab, weil der nit an mich z'ruckkämma is, dass er etwa in unrechte Händ' kummen wär; wie aber der Brief is wie verschwunden blieben, als hätt 'n der Tote selber ins Grab mitgenommen - sixt, Franz, da hab ich mir's als erstes Zeichen ausg'legt und ich hab von da ab g'sagt: Es is kein Testament da! - Da is 's G'richt weiter gangen und hat mir 'n Eid drüber auferlegt. - Wann nur dös nit wär, Franz, wann's nur dös nit gäbet! - Du kannst dir nit denken, wie mir war! Ich kunnt doch jetzt nit sagen: 's Testament is ja da! Nit nur alles wär verloren g'west, mich hätt'n s' obendrein g'straft und ös hätt's derweil kein' Vatern g'habt und leicht a kan Brot - nur Elend und Schand'! Da
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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