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Der Meineidbauer

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mich zu erinnern, was ich dir sein sollte, denn ich denke dann auch daran, was du mir warst von meiner Kindheit an bis zum heutigen Tage. Weisst du denn auch, was du ohnehin für alle Zeit in mir zerstört hast? - Die Familie - die Freundschaft - die Liebe! Das alles ist für mich Legende, die Familie ist für mich tot seit meiner Kindheit, du weisst den Tag, an dem sie starb. - Die Freundschaft! Woher mit der Last unseres Geheimnisses auf dem Herzen nähme ich einen Freund? Immer den einen Gedanken ängstlich deckend, ängstlich bergend wie ein hässliches Gebrest am Leib, könnt ich mich seiner nicht erfreuen, und rede ich, entweder wendet er sich scheu von mir, oder aus dem Freunde wird ein Verräter! - Und der goldenste Traum des Daseins - die Liebe! Ich suche ihn als meine Entsündigung, wie du die deine suchst! Ich suche ein Weib, dem auch ich nicht bekennen müsste, was mir auf der Seele lastet, das auch den ganzen Fluch meiner Vergangenheit und die ängstigende Pein der Gegenwart kennt und das mich trotz allem getreu lieben könnte. Ich suche umsonst, das weiss ich, und nichts bleibt mir über, um nicht ganz am Leben bankrott zu werden, als darüber zu wachen, dass mir wenigstens der Preis meines Schweigens nicht entgeht; du kannst dich nicht beklagen, Bauer, dass ich dich überhalte, ich habe meinen Menschen verloren, den frisch von der Natur angelegten Menschen, der übermütig die Erde mit Füssen tritt und keck ohne Frage zum blauen Äther hinaufblickt, und der, du magst mir's glauben, war mir um dein G'höft nicht feil!   Ferner (zitternd, fasst Franz mit beiden Händen und drückt ihn neben sich auf den Stuhl). Franz! Franz! Du musst mich anhören! Du musst mich auch anhören, eh du mich schlecht machst. Lass dir sagen, was mir schon die Jahr' her auf 'm Herzen liegt. Ich hab damal an nix Schlechts denkt, der Herrgott im Himmel is mein Zeug', ich hab damal nix Schlechts denkt! Es hat mir wohl weh tan, wie der Bruder sagt, er will seiner Zuhälterin und ihr'n Kindern alles vermachen, aber ich hab mir denkt, soll's so kämma, so soll's halt sein! Der Bruder is drauf krank mit 'm Bub'n, 'm Jakob, nach Wien fort, und die Burger Vroni hat sich breit g'macht auf'n Hof, als ob s' schon da die Bäurin wär', sie hat g'wusst, wie weh's uns tut, und sie hat's uns g'spür'n lassen. - Da is 's Testament vom Bruder aus der Stadt kämma, ich hab's ruhig in die Lad' g'legt und mir denkt, der Bruder kimmt ehnder wieder, hab ihm ein' Brief geschrieben, dass ich 's Testament kriegt hätt, hab aber kein' Menschen a Sterbenswörtel davon g'sagt, dass 's neamand etwan der Vroni stecken kann, damit die nit gegen uns no quälerischer wurd, als s' eh schon war. - Auf einmal kimmt der Totenschein vom Bruder ins Haus - wie mir
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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