| |
unrechtmässige Erwerbung hat mir die Tage meiner Kindheit
vergiftet, die bange Sorge langjähriger Mitwisserschaft hat mich
menschenscheu und freundlos gemacht. Ihr habt nicht das
Recht, das Opfer noch von mir zu verlangen, das mir den Preis
aller früheren entreisst - ich will hier Herr sein!
Ferner (verbissen).
Herr willst sein? Hast recht - hast recht - vergant, verwirtschaft
das ganze Gut -!
Franz.
Das geschieht nicht, seid ohne Sorge! Ich bin Eurem Ruf
gefolgt und hergekommen, weil ich glaubte, Ihr wolltet Euch
etwa zur Ruhe setzen und jüngeren, kräftigeren Armen die
Arbeit anvertrauen; sie wäre ganz gut besorgt worden, darauf
hättet Ihr Euch verlassen können, denn ich muss Euch
gestehen, dass ich durchaus nicht in der Lage bin, Euren
Fürsprecher beim Himmel abzugeben, denn ich habe nicht mit
unserm Herrgott Latein, sondern bloss mit Euch und andern
Deutsch reden gelernt; was ich sonst gelernt habe und ob ich
zum Grossbauern tauge, das könnt Ihr in der
landwirtschaftlichen Schule erfragen.
Ferner (ganz erstarrt).
Du hast nit g'studiert?
Franz.
Latein nicht.
Ferner (stürzt auf ihn zu).
Schuft! Schuft! So betrügst du dein' Vatern um sein Geld und
um sein' letzt' Hoffnung auf a ruhig' Sterbstund'.
Franz (drückt ihn nieder auf den Stuhl).
Das ging vor acht Jahren - jetzt müsst Ihr Euch nimmer an mir
vergreifen - übrigens war's Eure eigne Mutter, die nun seit
einem Jahre in kühler Erde ruht, die Euch täuschte, um den
Enkel froh zu machen - ich segne ihr Angedenken dafür.
Ferner (hat den Kopf gesenkt und fährt sich mit zitternden
Händen durch die Haare).
Nein, nein - ich tu dir nix! - Wirst halt warten müss'n, bis d' hier
Herr wirst, warten wirst müss'n, solang ich leb - (aufschauend)
und mein' Hand zieh ich ab von dir - und auf mein' Totbett - auf
mein' Totbett - verfluch ich dich noch! -
Franz (aufschreiend).
Kreuzweghofbauer! (Ernst.) Besinn dich, eh du von Fluch und
Segen sprichst! Du kannst Gott nicht zu deinem Anwalt
machen, nachdem du ihn zum falschen Zeugen entwürdigt.
Ferner (bricht kraftlos zusammen).
Jesus, Maria! So red't mein eigen' Fleisch und Blut!
Franz.
Du tust nit wohl daran, Kreuzweghofbauer, in dieser Stunde
|  |
|
| |
|
|