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hab ich verkauft, um a Wegzehrung bis her z' haben, aber
Vaters Betbüchl wollt ich dir oder der Ahnl geb'n - is doch a
Andenken. (Zieht das in ein rotes Tuch gehüllte Buch hervor
und wickelt es heraus.) Nimm du's!
Vroni.
Ich dank dir recht, Jakob. (Indem sie sinnend die Hände mit
dem Gebetbuch sinken lässt, blättert sie dasselbe auf.) Da liegt
ja ein Brief drein?!
Jakob.
Weiss's - hab's so aufg'funden - Is noch von damal'n an Vater.
Vroni.
Was steht denn drin?
Jakob.
Weiss's nit - hab 'n nit g'les'n! - is ja doch nur 'n Vater
angangen! - Was kunnt drin stehn, was mir noch half' oder
schad't? - Geschriebenes mag ich heut noch schwer lesen -
gang ungern dran! Hab nur tracht, dass ich noch daher triff!
Vroni.
's Siegel is eh schon ganz verbröckelt, ich mach 'n auf!
Jakob.
Tu's, is jetzt dein' Sach'!
Vroni (öffnet den Brief).
Er is vom Vater sein'm Bruder, vom Kreuzweghofbauer! -
Heiliger Gott!
Jakob.
Du verschreckst ein'n!
Vroni.
Um Gottes will'n, Bruder, los zu, los nur zu, was er 'm Vater
g'schrieb'n hat: »Lieber Jakob! Dein Testament, worin Du die
Burger Vroni und ihre zwei Kinder als Erben von all Dein Hab
und Gut einsetzt, hab ich erhalten. Es ist nit schön, dass Du
mich und, meine Kinder so g'ring drein abfertigst...«
Jakob (auffahrend).
Jesus, Maria, so steht's drein? - Und dös wär der Beweis
g'wes'n. (Fasst mit beiden Händen nach seinem Kopfe.) Vroni -
dös gibt mir 'n Rest - mir wird schwindlich! - Ich wär nit schlecht
word'n, Vroni, hätt nit g'sehn, wie der Kreuzweghof is reich und
ang'sehn g'wes'n dabei - mein ganz' Leben voll Not und
Schand' - war rein unnötig - nur dös Fetzl Papier - Jesus und
Josef! Is dös a dumme Welt. (Senkt den Kopf und greift
unsicher um sich.) Vroni! Vroni!
Vroni.
Bruder, um Himmels will'n, bleib bei dir! Du darfst jetzt nit
versterben. Denk an unsern Brief, wart ab, die Ahnl muss gleich
mit 'm Bader da sein.
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