| |
g'wusst, die man nit tun soll, hat aber a g'wusst, dass die
Sünden in der Beicht' vergeb'n werd'n, so is er halt a Dieb und
Vagabund word'n. 's erste Mal is er auf'm Schub herkämma
nach Ottenschlag, da hat ihn die G'meind' mir ins Haus
g'schickt - ich hab glaubt, ich sink in d' Erd - lang is er aber nit
blieb'n, und wie er von mir weg is, sein meine Silbertaler a mit
fortg'west - dann hat er's weiter so forttrieben - is in die
Strafhäuser rumkugelt, dann wieder der G'meind' zur Last
g'fall'n - ich aber hab nix mehr von ihm wiss'n woll'n und hab 'n
a seither nimmer g'sehn - will 'n a nimmer sehn.
Jakob (geht am Fenster vorüber).
Vroni.
Jesus und Josef!
Lies.
Was hast denn?
Vroni.
War mir doch, als gang einer da vorm Fenster vorbei - und 's
wär der Jakob.
Lies.
Wär mir nit lieb.
Zehnte Szene
Vorige. Jakob in abgetragenen Kleidern, elend, bleich, wankt, auf
einen Stock gestützt, lautlos herein.
Lies.
Richtig is er's!
Vroni.
Bruder! - Jakob! - Du lieber Heiland, wie schaust denn du aus?
Jakob (wirft sich in einen Grossvaterstuhl und holt tief Atem.)
Mit Verlaub! - Grüss Gott, Ahnl! - Grüss dich Gott, Vroni! - Bist
a wieder da?
Lies.
Wo kimmst wieder her? Was willst denn da? Kimmst aus der
Straf' wieder?
Jakob.
Zum letztenmal, Ahnl.
Lies.
Hast allweil g'sagt, weiss's vom G'meinvorsteher - bist jed'smal
's letzt' Mal in der Straf' g'wes'n.
Jakob.
Dösmal is's g'wiss! Ich hab mein' Teil! Ich hätt können sterben
drin in der Stadt - im Spital - sie hätten mir's gern kommod
g'macht - sein froh, wann unsereiner - a Gravierter - geht - hab
mich aber bis her g'schleppt - gönnt's mir ä Platzl, Ahnl - wo mit
mir a End' wird. - 's is letzt', was ich von Euch verlang!
|  |
|
| |
|
|