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Vroni.
Du meinst 'n Bauer vom Kreuzweghof? Warum gibst ihm den
Spitznam' »Meineidbauer«?
Lies.
Is dös a schwer Ratsel? Warum hoasst d' Elster a Dieb? Weil
der Lump vom Kreuzweghof falsch geschworen hat, hoasst er
Meineidbauer bei mir, solang er lebt und länger noch, wenn ich
ihn überleb, solang von ihm die Red' is.
Vroni.
Wenn das wahr wär, Ahnl, und mir könnt ihm's beweisen.
Lies.
Sein' falsch' Eid hab'n 's eben als Beweis für ihn gelten lassen.
Dein' Mutter, die nie g'log'n hat, hat's in der nämlichen Nacht
gleich g'sagt, wie's damals zugangen is, und is in ihrer letzten
Not noch dabei blieben. Der Meineidbauer hat, bevor sein
Bruder nach Wien is, schon ganz gut g'wusst, was dem sein
Will' is, wenn er verstirbt; nämlich, dass all's der Vroni und ihr'n
zwei Kindern g'hörn soll. (Legt die Hand auf die Schulter
Vronis.) Aber a Testament war auch da - es war eins da! Wie
da Meineidbauer vom G'richt heimkommen is, wo er die Händ'
zu Gott aufg'hob'n hat, dass er von keiner Schrift was weiss, da
hat er selb Schriftstück auf 'm Herd verbrennt, und sein Bub' is
zufällig dazukommen; er war so a zwölf Jahrl alt, hat g'wusst,
dass der Vater z'wegen 'm Testament zu G'richt is schwör'n
gangen, und find't ihn da auf einmal, wie er die G'schrift ins
Feuer halt'! - Lesen hat der Bub gut kinna, aber 'n Schnabel hat
er a auftun müssen, wie die Bub'n gern tun, wenn s' glauben,
jetzt können s' geg'n die Eltern aufkommen. Dös war damal a
Spektakel auf 'm Kreuzweghof - die Vroni is grad noch
dazukommen, dass s' so viel hört, dass sie sich ihr'n Teil draus
entnehmen kann - die alt' Mutter vom Bauern hat den Bub'n
gleich auf d' Seit' bringen müssen, so wütig war der Vater auf
ihn. D' Grossmutter und der Bub sind nach Wien gangen, sie
hat sich seither hinunterkränkt über die Schlechtigkeit von ihr'n
einzig noch übrigen Sohn und is vor'm Jahr verstorben.
Ausg'sagt hätten die zwei nix, und der Meineidbauer hätt
g'leugnet. So hat's halt beim alten bleiben müssen. - Sixt,
Vronerl, und damals, wie der Meineidbauer sein' Hand hat zu
Gott aufg'hob'n, nur dass ihm die g'studierten Leut' seines
Bruders Hab und Gut zusprechen, da is kein Donner vom
Himmel g'fall'n, die Erd' hat sich nit auftan, mein Kind is in Not
und Unehr' dagestanden und a so verstorben, und der
Meineidbauer is heuttags noch a reicher Mann. Seither war's
fertig in mir! Dö Welt taugt mir nit, wo so was drin g'schehn
kann. Seit damals heissen s' mich gottlos; ich glaub aber nit,
dass amol z'wegen unsere Seel'n die Teixeln raffet werd'n. Der
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