| |
Franz.
Mir auch nicht, liebe Dirn'! Wenn ich trotzig dreinschau',
kümmere dich nicht drum! Geben wir uns die Hand drauf, dass
wir einander nicht als zuwidere Leute verschrein woll'n, bis wir
uns ein andermal und, ich hoff, fröhlicher gesehen haben als
heut auf dem Weg nach meines Vaters Gehöft.
Vroni (zieht rasch ihre Hand aus der seinen).
Deines Vaters G'höft? So wärst du leicht der Student, den s' die
Täg' erwart'n? Der Ferner-Franzl?
Franz.
Ich heisse Franz Ferner!
Vroni.
Dann geh nur allein deine Weg'! Ich führ dich nicht! - Dein Vater
is mein und meiner Leut' Todfeind, ich leid grad unter dem, was
er mir d' letzt' Stund' wieder antan hat! Ich geh kein Schritt mit
seim' Sohn!
Franz (blickt sie überrascht an und steht schnell auf).
So sag mir doch, wer du bist.
Vroni (wendet sich zum Geben).
Ich hoass Veronika Burger! (Reicht dem Grossknecht die Hand
zum Abschied.)
Franz (zieht mechanisch wie zum Grusse den Hut und fährt
sich mit der Linken in die Haare, vor sich).
Die ist's! - Ich hab's gefürchtet. - Mein erster Tritt auf
heimatlichen Boden macht die Vergangenheit wieder lebendig!
Verwandlung
Wirtsstube im Wirtshause zur Grenze in Ottenschlag.
Eingang letzte Kulisse links. Hintergrund ein grosses, breites
Fenster (eigentlich zwei Fenster, durch einen schmalen Pfeiler
getrennt); die Fensterflügel offen, Fernsicht auf eine
Alpenlandschaft. Links vom Fenster steht ein Grossvaterstuhl,
rechts davon ein Tisch; über demselben hängt an der Wand
eine Zither. Zwei Tische befinden sich mit der Längsseite an
den Wänden rechts und links und ein Kachelofen steht
unmittelbar hinter der Türe.
Achte Szene
Im Grossvaterstuhl sitzt die alte Burgerlies mit Strickzeug,
Geldtaschel und Schlüsselbund am Gurt. Neben am Tische sitzt
Levy, den Hausierbündel neben sich auf der Bank, ein Glas Wein
und Esswaren im Papier vor sich.
|  |
|
| |
|
|